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Verstehst Du auch etwas von jungem Gemüse?

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Weißt Du, wie die Löcher in den Käse kommen?

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Weißt Du, wie viele Getreidekörner in einem Brot stecken?

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Weißt Du, wie man aus Biogas Strom gewinnt?

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Ei Ei Ei, was seh ich da?

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Suse liebe Suse was raschelt im Stroh?

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Kannst du dir ein Leben ohne Kartoffeln vorstellen?

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Zählst Du auch gern Schafe?

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Was haben Kühe, Schweine und Hirsche gemeinsam?

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Magst Du auch nur Milch von glücklichen Kühen?

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Sebastian S. erhielt 2011 seinen Meisterbrief als Schäfermeister. trotz harter Arbeit genießt er besonders die Frühlings- und Sommertage in der Natur mit seinen 550 „Mitarbeitern“.

„Ein guter Bock ist die halbe Herde“

Bestes Lammfleisch aus Bad Düben erobert den deutschen Fleischmarkt

Naschkau. Er ist Landschaftsgestalter und Landschaftspfleger. Er ist Bewahrer ländlicher Traditionen und Förderer von Kulturlandschaften. Manchmal ist er sogar Geburtshelfer und Familienzusammenführer. Aber in erster Linie ist Sebastian Strehlitz Landwirt und Schäfermeister. Und das schon in der 7. Generation. „Die Ursprünge sind um das Jahr 1800 in Rödgen zu suchen“, erzählt der 42-Jährige. „Vor 100 Jahren übernahm mein Urgroßvater die Schäferei vom Rittergut im Vorwerk Naschkau. Ich selbst bin mit Schafen groß geworden, war immer mit dabei, egal welche Arbeiten es zu erledigen gab.“ Und trotzdem entschied sich Sebastian Strehlitz nach der Schulzeit, erst einmal einen Handwerksberuf zu erlernen. „Ich war 17 Jahre lang als Kamin- und Ofenbauer tätig“, berichtet er weiter. „Wobei ich vor rund 20 Jahren meinen Landwirt abschloss, um im Nebenerwerb tätig sein zu können.“ Damit stellte er die Weichen für die Fortführung der Familientradition. Im Jahr 2011 bekam er seinen Meisterbrief als Schäfermeister.  Heute ist er mit seinen beiden Geschäftspartnern der Chef von über 550 „Mitarbeitern“. Seine Partner heißen Nando und Donna und sind beide Altdeutsche Schäferhunde.

Sein Mitarbeiterstamm setzt sich aus dem Schwarzköpfigen Fleischschaf und dem Merino Landschaf zusammen. „Schafzucht ist eine gesellschaftliche Aufgabe“, ist Sebastian Strehlitz überzeugt. „Wo früher die Schafwolle die Haupteinnahmequelle der Schäfer war, hat sich das Bild vollkommen gewandelt. Wir produzieren heute nahezu ausschließlich Lammfleisch für den deutschen Markt.“ Die Produktion von Lammfleisch ist sehr aufwändig. „Unser Ziel sind Schlachtlämmer mit einem Schlachtgewicht von rund 42 Kilogramm“, beschreibt der Schäfer. „Davon bleiben rund 20 Kilogramm bestes Lammfleisch, das fettarm und eiweißreich ist. Lammfleisch bringt willkommene Abwechslung auf dem Speiseplan.“ In der Tat, der Verbrauch von Lammfleisch steigt seit Jahren langsam, aber stetig. Da die Schafhaltung als solche in Deutschland aber weiter abnimmt, können Schäfer wie Sebastian Strehlitz den Bedarf kaum decken. Zumal Lammfleisch kein Billigprodukt ist.  Die hohe Qualität des Lammfleisches aus der Schäferei Strehlitz kommt nicht von ungefähr. „Wir verarbeiten nur unsere selbst angebauten Futtermittel“, sagt er. „Dazu gehören neben Getreide und Eiweißpflanzen wie Erbsen beste Silage und Heu – und natürlich ausgewählte Genetik. Wir kaufen jedes Jahr neue Böcke in die Herde, damit verbessern wir die Substanz.“ Er meint, ein guter Bock ist die halbe Herde. Und wie gut die Böcke ihre Arbeit verrichten, zeigt sich dann im Spätwinter und Frühjahr. Dann kommen die Lämmer auf die Welt und Sebastian Strehlitz hat oft schlaflose Nächte. „Wenn die Lämmer zur Welt kommen, gibt es für uns Schäfer zwei wichtige Aufgaben. Zuerst benötigt manchmal ein Mutterschaf Unterstützung beim Ablammen. Extrem wichtig ist, die geborenen Lämmer ihrer eigenen Mutter zuzuordnen, denn verliert ein Lamm seine Mutter, geht es unweigerlich zugrunde. Deshalb bekommen sie anfangs ‚Einzelzimmer‘ und werden später in kleinen Gruppen gehalten, bis sie groß genug für die Herde sind.“ Neben den alltäglichen Pflegearbeiten muss Sebastian Strehlitz auch alle Dokumentationen und Bestandregister peinlich genau führen.

Das ergibt in der Lammzeit schon mal Arbeitstage von 13 oder 14 Stunden und mehr. Aber entschädigt wird er durch die wundervollen Momente, wenn die Lämmer zur Welt kommen und er sie aufwachsen sieht. Vieles ist einfacher geworden. „Was mein Großvater damals noch alles mit der Schubkarre erledigte, führen wir nun mit moderner Technik durch“, erklärt er. „Aber die schönste Zeit ist im Frühjahr und Sommer, wenn wir in die Muldenauen ziehen. Dann genieße ich die Ruhe und die fantastische Natur rund um Bad Düben. Dann ist für einen Moment alle Anstrengung vergessen.“

 

Die Arbeit im Schafstall und in der angeschlossenen Landwirtschaft schafft Sebastian Strehlitz nicht allein. Zurzeit hat er einen festen Mitarbeiter und sein Lehrling ist auch schon im dritten Lehrjahr. Er selbst würde in jedem Fall immer wieder Schäfer werden wollen. „Ich habe sehr viel Spaß an der Arbeit“, bestätigt er. „Es gibt vielfältige Aufgaben in der Herde und auf rund 350 Hektar landwirtschaftlicher Nutzfläche. Vor drei Jahren verstarb leider viel zu früh mein Vater. Er fehlt mir sehr.“ Noch mehr fehlt er seinen beiden Töchtern, die ihren Opa vermissen. Aber durch ihre Mithilfe im Unternehmen wird das Andenken an ihn bewahrt. „Wer weiß, vielleicht ist das die achte Generation unseres Familienbetriebes“, hofft Schäfer Strehlitz lächelnd.

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